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China: Zwischen Sprachbarrieren und Internetzensur

Land Nummer 3: Check! – Weltwunder Nummer 3: Check! – Das Reich der Mitte: Check!

Die 2 Wochen in China sind wie im Flug vergangen. Und ich sitze schon wieder im Flieger Richtung zweiter Heimat – Australien.

Aller Anfang ist schwer!

Ja, man hört von der chinesischen Internetzensur und davon, dass Facebook, Google, WhatsApp, YouTube, etc. von der Regierung in China gesperrt ist. Aber bis an dem Tag, als ich selbst in Peking angekommen bin, habe ich nicht wirklich realisiert, dass das auch mich betrifft! Ich sollte in dieser Hinsicht wohl weniger in den Tag hineinleben und mich davor über solche Sachen informieren!

Ich bin also von Indien nach China geflogen. Ich musste in Kunming aus dem Flugzeug aussteigen, um mein Visum zum erhalten. Dann hatte mein Flug 5 Stunden Verspätung und ich bin nur um ein Haar noch rechtzeitig zu meinen Anschlussflug von Qindao nach Peking gekommen. In Peking musste ich mich erstmal informieren wie ich die Stadt komme – geschafft! Doch dann wurde es schwierig.

Es ist wohl bekannt, dass in China wenig Englisch gesprochen wird, aber dass es so schlimm ist, war wohl der zweite Schock an diesem Tag! Nachdem ich dann in 3 Taxis saß und wieder rausgeworfen wurde, weil mich niemand ins Hostel fahren konnte/wollte und noch etliche Passanten, Polizisten, Touristen nach dem Weg gefragt habe, kullerten die ersten Tränen auf dieser Reise. Ich war mehr als erschöpft von meinem 20-Stunden Trip und noch dazu hat mich keiner verstanden. Ich saß also dann auf der 6-spurigen Straße inmitten Peking und irgendwann erbarmten sich zwei Chinesen mit mir und fuhren mich zum Hostel. Dort angekommen, verbrachte ich die nächsten 24 Stunden im Bett ohne aufzustehen und am nächsten Tag sah die Sache schon wieder ganz anders aus.

 

Die chinesische Küche

Als Vegetarier sollte die Reise durch China eine Herausforderung werden. Grundsätzlich esse ich alles außer Fleisch und Fisch und bin bei Gerichten nicht wählerisch (auch wenn es natürlich Zuhause bei der Mama am Besten schmeckt!!!). Doch in China wurde ich nur selten fündig – zumindest auf dem Land. Bis auf gekochten Salat, Bohnen und gebratenen Nudeln mit Blumenkohl konnte ich keine vegetarischen, chinesischen Gerichte finden. Meistens ist in der Beilage auch noch Fleisch enthalten oder die Snacks, die man zwischendurch isst, sind meistens Fleischsticks. In der Großstadt sieht das anders aus. Vor allem Shanghai war voll mit tollen Restaurants. In der Jianhe Rd gibt es das Hot Pot Restaurant, in dem man eine Suppe und rohes Gemüse bekommt und dann selbst am Tisch kochen kann.

Die chinesische Küche ist dazu noch sehr ölig. Oft schwimmt in dem Gericht eine zentimeterdicke Schicht Öl oder der Tofu wird direkt in einer Schüssel Öl serviert. Und die Chinesen toppen das auch noch, in dem sie in einer kleinen Schüssel extra Öl haben und das Essen davor nochmal eintauchen. Mein Magen machte mir bei dem ganzen Öl einen Strich durch die Rechnung, deshalb habe ich mich in China hauptsächlich von Mc Donald’s Pommes, Kekse und Obst ernährt.

Ansonsten empfehle ich den Satz: „Ich esse kein Fleisch und kein Fisch“ auswendig zu lernen und zusätzlich noch auf dem Handy ein Bild zu hinterlegen. Hier der SOS-Satz für alle Vegetarier in Chinesisch.

我不吃肉和魚。
Wǒ bù chī ròu hé yú

Englisch vs. Mandarin

Genau wie bei uns, gibt es auch in China das ABC, das aus 26 Buchstaben besteht. Aus diesen Buchstaben bilden sie dann die Zeichen, die Silben darstellen sollen und von diesen wiederum gibt es Millionen! Eine Freundin aus Shanghai erklärte mir, dass sie oft neue Wörter nicht lesen kann und auch viele Zeichen wieder vergessen hat. Sie muss dann erst nachschauen, was diese Silbe oder dieses Wort bedeutet.

Wie ich bereits geschrieben habe, war die Kommunikation eine echte Herausforderung. Zum Teil konnten die Leute im Touristen-Informationscenter kein Englisch. Für das buchen ein Tickets habe ich immer mindestens 2 Stunden am Bahnhof gebraucht, weil ich von einem Schalter zum anderen geschickt wurde.

Tipp: Die jüngeren Leute sprechen auf alle Fälle besser Englisch. Deshalb habe ich versucht immer junge Leute anzusprechen und oft hatte ich Glück und die konnten mir weiterhelfen.

Im Zug von Shanghai nach Hongkong saß ich 19 Stunden neben ganz netten Einheimischen, die sich unbedingt mit mir unterhalten wollten. Mit Händen und Füßen haben wir uns dann verständigt, sie haben ihr Essen mit mir geteilt und mir Fotos von ihren Enkel und Enkelinnen gezeigt. Man kann sich also auch ohne Sprache verständigen!

 

Das Klima

Noch nie habe ich in einem Land in so kurzer Zeit so viele verschiedene Klimazonen Durchlebt. Während es in Peking warm und trocken war, hatte es in Shanghai nur 12° Celsius und es hat die ganze Zeit geregnet. Dort musste ich mich erstmal mit warmen Klamotten eindecken, damit ich nicht erfriere. Zuletzt war ich in Hongkong und dort herrscht im Moment tropisches Klima, d.h. 30° Celsius und ein paar Regenschauer verteilt über den Tag. Das Wetter in China ist also im Moment in den Wechseljahren :D. So groß wie China ist, ist es kein Wunder, dass es so viele verschiedene Klimazonen gibt.

 

Trampen in China

In Xi’an war es mir unmöglich ein Zugticket zu buchen. Nachdem ich über 3 Stunden am Bahnhof verbracht hatte, habe ich mich dazu entschlossen nach Shanghai zu trampen. In China ist das Trampen nicht wirklich bekannt und es gibt auch kein richtiges Wort dafür. Aber mit zwei Schildern auf denen steht: „Ich möchte gerne in deinem Auto umsonst mitfahren nach“ und „SHANGHAI“ hat es geklappt. Ich bin mit dem Bus zum Autobahn-Checkpoint gefahren und habe mich für den dritten „Chaffeur“, der angehalten hat, entschieden! Die gute Nachricht war, dass dieser direkt nach Shanghai fuhr und ich nicht „umsteigen“ musste. Die schlechte jedoch, dass er kein Wort Englisch gesprochen hat. Und damit meine ich KEIN Wort. Ich habe 10 Minuten versucht herauszufinden wie er heißt – hoffnungslos! Es war trotzdem eine tolle Erfahrung! Er wollte mir bei jeder Pause etwas zu essen und trinken kaufen, die Musik im Auto war gut und er hat mit voller Brust beim chinesischen Techno mitgesungen.

 

Fazit

China ist circa 3 Mal so groß wie Indien. Deshalb waren die 2,5 Wochen auch nicht ausreichend um das „Reich der Mitte“ zu erkunden. Aber abgesehen von dem Essen und der Kommunikation hat mich China fasziniert. Toll war vor allem zu sehen, wie sich die Technik entwickelt und wie China „funktioniert“. Vor allem die Großstädte wie Shanghai, Hongkong und Peking waren eine eigene Nummer – und ich habe jede einzelne Stadt in vollen Zügen genossen.

Das Fotomachen fiel in China komplett weg. In Indien habe ich bestimmt 300 Bilder mit Einheimischen gemacht – in China waren es 2 Bilder. Nicht, dass mich das Foto machen stört aber generell hatte ich den Eindruck, dass die Chinesen sehr schüchtern sind.

Ich habe mich selten so sicher in einem Land gefühlt wie China! Ich wurde k.e.i.n e.i.n.z.i.g.e.s Mal von einem Mann angesprochen und wenn ich abends alleine unterwegs war, hatte ich immer ein sicheres Gefühl. Wer weiß – wer weiß, ob es mich nicht eines Tages nochmal in das Reich der Mitte zieht. China hat so viele verschiedene Sachen zu bieten, dass ich den Eindruck habe, ich habe fast nichts davon gesehen. Aber jetzt geht es erstmal ab nach Australien!!!

 

 

 

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