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Taj Mahal – der extravagante Liebesbeweis

58 Meter hoch – 56 Meter breit. Auf einer 100 x 100 Meter großen Plattform errichtet. Wir sprechen hier von dem wohl verrücktesten Liebesbeweis der Welt:

T A J   M A H A L

Der Taj Mahal liegt südlich von Delhi in der Stadt Agra. Mit dem Zug erreicht man diesen in circa 5 Stunden. Zu dem werden viele Tagestouren von Delhi aus angeboten, um das Mausoleum zu bestaunen.

Lonely Planet schreibt und dem kann ich voll und ganz zustimmen:

Der Taj Mahal ragt in Agra aus der staubigen Erde Uttar Pradeshs auf, wie man es sich immer vorgestellt hat. Aber selbst mit der wildesten Fantasie ist man nicht auf den atemberaubenden Moment vorbereitet, wenn man die Tore durchschreitet und dieses zauberhafte Weltwunder erblickt.

 

 

Das schönste Bauwerk der Welt

Der Mogulherrscher Shah Jahan erbaute in Gedenken an seine dritte Frau, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb, den Taj Mahal als Grabstätte. Die Bauten begannen ein Jahr nach dem Tod seiner Frau und wurden insgesamt 21 Jahre später fertig gestellt. Kurz darauf wurde der Herrscher Shah Jahan von seiner Sohn abgesetzt und im Fort inhaftiert. Rund 20 000 Menschen aus Indien und Zentralasien arbeiteten an dem Gebäude.

 

 

Der Beste Blick auf den Taj Mahal

Wenn man schon mal die Möglichkeit hat, dieses Bauwerk von allen Seiten zu betrachten, sollte man es auch ausnutzen. Der Taj Mahal hat das ganze Jahr vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet und der Eintritt beträgt 1000 Rupie. Bevor es also hell wurde, habe ich mich auf den Weg gemacht. Circa eine halbe Stunde vor Öffnung standen bereits 100 Menschen vor den Toren des Taj Mahal. Es lohnt sich jedoch trotzdem so früh wie möglich aufzustehen und den Sonnenaufgang zu betrachten. Abends fuhr ich zum Südufer des Flusses. Von dort aus sieht man über den Fluss zum Taj Mahal. Der Eintritt in den Park ist nochmal 300 Rupie. Anders wie in dem Komplex des Taj Mahals war der Park am Fluss nicht so überlaufen.

 

Liebesbeweis oder nur heiße Luft?

Wenn man zum ersten Mal die Geschichte über die Grabstätte einer geliebten Ehefrau hört, schmelzen Frauenherzen wohl dahin. Bei einer Wanderung im Gebirge Indiens habe ich mich von einem Einheimischen jedoch des Besseren belehren lassen.

Der Herrscher Shah Jahan soll wohl so viel Liebeskummer gehabt haben als seine Frau starb, dass über Nacht seine Haare grau wurden. Doch ist es wirklich Liebe, wenn man 20 000 Menschen ein Denkmal errichten lässt und selbst kein Haar krümmt? Shah Jahan hatte Macht und Geld – damit konnte er wohl seinem Volk Befehle geben und dieses Monument erschaffen. Er selbst hat dafür wenig getan.

Als besseres Beispiel für einen Liebesbeweis – erzählte mir der Inder – ist der “Mountain Man” namens Dashrath Manjhi. Dieser Mann hatte wenig Geld und war ein einfacher Bauer. Er hütete seine Ziegen jeden Tag auf einem Berg. Seine Frau brachte ihm jeden Mittag etwas zum essen auf den Berg, als sie eines Tages stürzte und sich an dem Kopf verletzte. Der Ehemann versuchte ihr noch zu helfen, doch zum nächsten Arzt in die Stadt musste er entweder über den Berg hinüber oder außen rum. Die Hügelkette verlängerte den Weg von 8km Luftlinie auf 70 km. Der Zeitverlust sorge dafür, dass seine Frau es nicht mehr bis zum Arzt schaffte und kurz darauf in seinen Händern starb.

Darauf hin beschloss Dasrath, dass er mit seinem einfachen Werkzeug einen Weg durch den Berg macht. Zuerst belächelten ihn die anderen Dorfbewohner, aber kurz darauf unterstützen sie ihn mit Essen und mehr Werkzeugen. Nach 22 Jahren (ZWEIUNDZWANZIG JAHREN!!) hat er es endlich geschafft und einen Einschnitt durch den Berg gebaut.

Ob nun der Taj Mahal oder der Weg in das Dorf der größere Liebesbeweis ist, darf jeder für sich selbst entscheiden.

 

Fakt ist, dass sich der Besuch des Taj Mahals auf jedenfall lohnt! Auf den Bildern ist er wohl wirklich nur halb so atemberaubend wie in echt! 😉 Hiermit wäre das zweite Weltwunder der Neuzeit abgehackt und ich bin immer noch hungrig nach mehr Abenteuer! Seid gespannt – bald geht es ab nach China!

 

 

 

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